<p>Was das Vorgehen anbetrifft, so stellt Pr&auml;vention eine besondere Auspr&auml;gung</p> <p>des Kommunikationsschemas der Beratung im Hinblick auf</p> <h2>zuk&uuml;nftige Probleme in Form von Intervention dar Pr&auml;ventive Beratung</h2> <p>verfolgt in</p> <p>diesem Sinne unterschiedliche Zielsetzungen je nachdem, in welchem</p> <p>System sie zur Anwendung kommt (Medizin = Krankheit verhindern,</p> <p>Rechtssystem = Ausschluss von Individuen verhindern, Politiksystem =</p> <p>&ouml;ffentliche Gesundheit f&ouml;rdern etc.). Pr&auml;vention richtet sich sowohl an</p> <p>Einzelpersonen als auch an soziale Systeme (Familie, Organisationen</p> <p>etc.), Pr&auml;vention ist also der Versuch auf psychische und soziale</p> <p>Systeme einzuwirken. Kurz: Pr&auml;vention bezieht sich einerseits auf den</p> <p>Einzelnen, der bef&auml;higt werden soll sein Pr&auml;ventionsberatung, Gesundheitsberatung,</p> <p>Pr&auml;vention ist Gesundheit</p> <p>Dazu wird</p> <p>es in Anbetracht der z. T. dramatischen Fehlentwicklungen h&ouml;chste Zeit.</p> <p>Die gesundheitspolitischen</p> <p>&nbsp;</p> <h2>Ziele in der Bundesrepublik waren nach dem</h2> <p>&nbsp;</p> <p>2. Weltkrieg vor allem auf die Fragen der &auml;rztlichen Versorgung</p> <p>ausgerichtet &ndash; und sind es in gro&szlig;en Teilen immer noch. Den</p> <p>vorsorglichen Aspekt von Gesundheit zu betonen war relativ gering</p> <p>entwickelt und vornehmlich nicht-medizinischen Kreisen vorbehalten.</p> <p>Aber: Gesundheit ist viel zu kostbar, als dass sie nur der Medizin</p> <p>&uuml;berlassen bleiben darf.</p> <h2>LEBENSQUALIT&Auml;T ist Gesundheitsvorsorge</h2> <p><br /> Die Gesundheit und die Gesundheitssituation der Gesamtbev&ouml;lkerung ins Zentrum von Politik zu stellen war bislang nur selten Gegenstand der Politik. Dies ist jetzt das zentrale Anliegen des neuen Pr&auml;ventionsgesetzes und dem dort aufgef&uuml;hrten Zwang zur Weiterentwicklung der bisher nur in Ans&auml;tzen vorliegenden Gesundheitsziele. Deren urspr&uuml;ngliche Idee reicht bereits mehr als 35 Jahre zur&uuml;ck (1978), die gesundheitspolitischen Ziele lagen nach 1945 erst einmal in der Entwicklung der &auml;rztlichen Versorgung. Die Entwicklung von Gesundheitszielen wird seit 1978 von der WHO f&uuml;r jede Gesellschaft gefordert. Gleichzeitig wurden von der WHO ebenfalls Gesundheitsindikatoren definiert, die eine Wirkungs&uuml;berpr&uuml;fung und eine regelm&auml;&szlig;ige Berichterstattung erm&ouml;glichen, um auch internationale Vergleiche anstellen zu k&ouml;nnen (&bdquo;benchmarking&ldquo;). Beides &ndash; Weiterentwicklung der Gesundheitsziele und Wirkungs&uuml;berpr&uuml;fung mit regelm&auml;&szlig;iger Berichterstattung sind im neuen Pr&auml;ventionsgesetz jetzt vorgeschrieben.</p> <p><br /> Grundlegende politische Handlungsstrategien und &ndash;ebenen f&uuml;r eine erfolgreiche Gesundheitsf&ouml;rderung finden sich in der &bdquo;Ottawa-Charta&ldquo; der WHO von 1986. Dort werden insbesondere vier Handlungsebenen der Gesundheitsf&ouml;rderung hervorgehoben, die sich alle im neuen Pr&auml;ventionsgesetz wieder finden:</p> <ul> <li>Entwicklung einer gesundheitsf&ouml;rdernden Gesamtpolitik</li> <li>Schaffung gesundheitsf&ouml;rderlichen Lebenswelten, wobei sich international als Lebenswelten etabliert haben: Schulen, Gemeinden, Betriebe und Krankenh&auml;user</li> <li>Entwicklung pers&ouml;nlicher Kompetenzen</li> <li>Neuorientierung der Gesundheitsdienste mit dem Ziel, sich st&auml;rker als bisher auf Erhalt und F&ouml;rderung der Gesundheit zu konzentrieren statt auf gesundheitliche Probleme.</li> <li>&bdquo;Gesetzliche Regelungen zu mehr Pr&auml;vention in Deutschland scheiterten in der deutschen L&auml;nderkammer, obwohl in drei aufeinander folgenden Koalitionspapieren die St&auml;rkung der Pr&auml;vention und Gesundheitsf&ouml;rderung als politisches Handlungsziel aufgenommen wurde&ldquo; (Siehe Brosch&uuml;re &bdquo;Gesundheit neu denken&ldquo; des Fraunhofer-Instituts f&uuml;r System- und Innovationsforschung ISI 2013).</li> <li>Diese Stagnation in der Politik scheint mit dem neuen Pr&auml;ventionsgesetz erst einmal &uuml;berwunden. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie das Gesetz umgesetzt werden kann, denn es ist in Teilen etwas schwerf&auml;llig angelegt und wird wahrscheinlich einen gr&ouml;&szlig;eren Zeitraum in Anspruch nehmen, bevor es</li> </ul> <p>&nbsp;</p> <h2>Gesundheitspotenzial zu entfalten, andererseits auf Staat und Gesellschaft, die die</h2> <p>&nbsp;</p> <p>Rahmenbedingungen f&uuml;r Gesundheitsf&ouml;rderung und Pr&auml;vention verbessern und</p> <p>die Einrichtungen im Gesundheitswesen neu orientieren sollen, um</p> <p>gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern.<br /> Gesundheitsf&ouml;rderung</p> <p>und Pr&auml;vention sind daher als Gesamtpolitik auf allen Ebenen und in</p> <p>allen Politiksektoren auf die politische Tagesordnung zu setzen und sind</p> <p>damit gesamtgesellschaftliche Aufgabe.</p>
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NACHLESE Präventions-Kongress 2019
 


Im Gespräch mit Johannes Singhammer


Verleihung der Best Practice
Award 2019


Nachlese


Johannes Singhammer (CSU) war bis Sommer 2018 Bundestags-Vizepräsident. Er war Mitverfasser des Präventions-Gesetzes, das 2015 in Kraft getreten ist. Johannes Singhammer ist Experte im Beirat der Gesellschaft für Prävention e. V.



 


Hervoragende Leistungen im Sinne einer gelingenden Präventation wurden mit dem Best Practice-Award der Gesellschaft für Prävention e. V. ausgezeichnet. Awards in den Lebenswelten: Medien, Wissenschaft, Schule, Betrieb und Kommune.

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„Wir haben schon einiges getan, aber sind noch lange nicht angekommen“, resümierte Bundesgesundheits-Minister Jens Spahn am Ende seiner Rede im Rahmen des Präventions-Kongresses am 23. und 24. Mai 2019 im Bonner Telekom Dome vor über 450 auserwählten Gästen.
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