Intention und Begründung für die Planung der Petersberger Kräutergärten

                           

                                   

Zusammenfassung - Zielsetzung

Die Gesellschaft für Prävention plant auf dem Petersberg im Siebengebirge, durch geschickte Umgestaltung vorhandener geschichtsträchtiger Flächen und einzigartiger Kulisse ein echtes Leuchtturmprojekt der Prävention:

Die Petersberger Kräutergärten

  • Das alte Ruinenfeld des Klosters, als historischer Ort der Siedlungsgeschichte des Petersbergs, ist geeignet zur Anlage eines „Klassischen Klostergartens“. Im Sinne eines „Muttergartens“ zur Verbreitung alter Heil- und Nutzpflanzen, nach dem Vorbild der Zisterzienser, soll dieser angelegt werden.
  • Ein mediterraner Dachgarten mit trockenem/heißen Milieu bietet artenreichen Dachpflanzen einen geeigneten Raum. Der Duft ätherischer Öle, die Insektenvielfalt und leuchtende Blühfarben machen diesen Ort zu einem Erlebnis.
  • Ein dritter Bereich ist der Außenbereich der Konferenzebene des Hotels. Dort soll ein repräsentativer Gartenraum entstehen, der Bedeutung vermittelt. Heilkräuter und außergewöhnliche Gemüsepflanzen füllen Zierbeete und schaffen eine sinnlich erfahrbare Umgebung. Gestaltete Freiflächen laden zu Veranstaltungen ein. Die Wiederbelebung des Laubengangs ist eine Reminiszenz an die historische Klosterarchitektur. Die zeitgemäße Neuinterpretation des Klostergartens als Tagungsgarten lässt bei genauer Betrachtung, die tiefe Verwurzlung in den Ursprüngen der Gartenkultur erkennen. Ein wetterfester Treffpunkt für Aktivitäten macht die Planung von Veranstaltungen weitgehend wetterunabhängig.

Die Zielsetzung ist der Zugang für die Öffentlichkeit. Begehungen mit fachkundiger Führung und Informationstafeln sollen die Bedeutung der großen Vielfalt der Kräuterpflanzen für eine gesunde Ernährung und Lebensführungen erlebbar machen. Die Nutzung erfolgt in Absprache mit dem Steigenberger Hotel und der NRW-Stiftung.

Der Zugang für Schulen ist ein besonderer Schwerpunkt. Das „Lernen mit allen Sinnen“ eingebettet in angeleitete jahreszeitliche Projekte zum Thema Gesunde Ernährung/Kochen und Bewegungsfreudige Lebensführung/Entspannung bilden den Schwerpunkt. Das stark regional geprägte Projekt hat im schulischen Bereich einen überregionalen vielfältigen historischen Aspekt.

Inhaltliche Beschreibung
Die Anlage und Umgestaltung mit vielfältigen Heil- und Nutzpflanzen erfolgt nach verschiedenen Gesichtspunkten. Die Historie und Siedlungsgeschichte des Ortes wird durch die „Wiederbelebung der Bodenruine“ sichtbar gemacht. Der Betrachter soll das Gefühl haben, die Natur erbaut das Gotteshaus neu. Mittelalterliches Wissen über die gesunderhaltende Wirkung von Gärten in unserer Zeit wird erlebbar.

Die zeitgemäße Neuinterpretation vom „Klostergarten zum Tagungsgarten“ als Treffpunkt der Kulturen, will naturnahe Orte für kommunikativen Wissensaustausch gestalten. Die einzigartige Atmosphäre des Ortes ermöglicht Zeit und Raum für Entspannungs- und Bewegungserlebnisse.

 Nach intensivem Austausch mit der GPeV ist es dem Team des Garten- und Landschaftsbauers Forster sehr treffend gelungen, die Ideen und Anliegen der GPeV in einem beeindruckenden konzeptionellen Handout sichtbar zusammenzufassen. Hier ist erkennbar, dass das Angebot präventiver Maßnahmen zu den Schwerpunktthemen Ernährung, Entspannung und Bewegung für Jung und Alt erfahrbar und erlebbar ist.

 Der Bereich Ernährung wird thematisiert mit einem „naturhaften Lehrpfad durch den Klostergarten“. Der Besucher wird in seinem Verlauf immer wieder angeregt, die Perspektive zu wechseln. Historisches Wissen über Heil- und Nutzpflanzen wird über Schautafeln und Beschriftungen erfahrbar. Das Lernen mit allen Sinnen erfährt vor Ort vielfältige Impulse.

 Besonders für unsere Schüler ist das Lernen mit allen Sinnen in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Nachdem die Schulhöfe für die Allgemeinheit als Spiel- und Bolzplätze geöffnet wurden, sind immer mehr Schulgärten und Biotope dem Vandalismus zum Opfer gefallen. Umso bedeutender ist es für unsere Kinder und Jugendlichen, das Basiswissen für eine gesunde Lebensführung an diesem besonderen außerschulischen Lernort erleben zu können.
Die GPeV, als außerschulischer Partner, bietet in den „Petersberger Kräutergärten“ ein vielfältiges Angebot an präventiven Maßnahmen zu den drei Säulen der Prävention:

Ernährung – Entspannung – Bewegung

 Die GPeV hat mit der Unterstützung von Kranken- und Rentenversicherungen und dem zuständigen Ministerium die Kampagne: „Ganzheitlich gesunde Schule“ ins Leben gerufen.
Im 1.Schritt wendet diese Kampagne sich an alle Grundschulen, im 2.Schritt an alle weiterführenden Schulen in NRW.

 Für unser Leuchtturmprojekt heißt das:
Die ersten Aktionen und Angebote werden für die Zielgruppe „ortsnahe Grundschulen“ gestaltet.
Das „Bewegte Lernen“ wird in einer vielseitigen Kräuter-Rallye mit differenzierten Aufgabenstellungen umgesetzt. Hier gilt es, spielerisch im Team die Welt der Kräuter- und Nutzpflanzen zu entdecken. Vier Mal im Jahr ist ein Kochevent mit einer Schulklasse zum Thema: „Jahreszeitlich Kochen“ geplant. Es wird im Kräutergarten gemeinsam geerntet und anschließend gemeinsam gekocht. Ein Erlebnispfad für die Sinne und eine Bocciabahn ergänzen das Bewegungsangebot.

 Begleitet wird das Projekt vom GPeV Botschafter und Sternekoch Anthony Sarpong, die Hotelküche des Steigenberger Hotels unterstützt diese Kochevents.
Weitere Mitmachaktionen zum Thema: „Selbermachen“ z.B. Kräuterbutter, Kräutersalz, Pesto, Seife, Creme usw. herstellen, sind geplant. Die Schüler erleben, wie entspannend und wohltuend eine handwerkliche Betätigung sein kann und sollen eine Wertschätzung den Kulturtechniken und Lebensmitteln gegenüber entwickeln. Das gemeinsame kreative Arbeiten stärkt das Wir-Gefühl. Die „Petersberger Kräutergärten“ sollen ebenfalls Treffpunkt der Kulturen werden. Es wird nicht nur das Wissen um kulturelle Besonderheiten ausgetauscht, es soll durch Mitmachaktionen zu den Themen Musik, Tanz, Literatur usw. für interessierte Gruppen erlebbar sein.

 Der Petersberg ist im Lehrplan aller regionalen Grundschulen zum Thema: Siebengebirge Gegenstand des Unterrichts. Ein Wandertag ins Siebengebirge ist fast Pflichtprogramm. In den weiterführenden Schulen wird im Geschichtsunterricht die politische Bedeutung des Petersbergs erarbeitet. Im Rahmen des internationalen Schüleraustauschs der weiterführenden Schulen ist der Petersberg ein bedeutender Stein auf dem „Weg der Demokratie“ in Deutschland. Die Stiftung NRW hat dies im September 2020 eindrucksvoll durch die Eröffnung des Besucher- und Informationszentrums „Schauplatz Petersberg“ dokumentiert.

Dies ist ein weiterer wertvoller Baustein, um das Angebot der GPeV für unsere Schüler zum fächerübergreifenden Lernen zu erweitern.
Die Angebote an präventiven Maßnahmen richten sich selbstverständlich an alle interessierten Besucher des Petersberges.

 Neben dem „Schauplatz Petersberg – Erlebnisraum und Natur“ bieten die „Peterberger Kräutergärten“ fast im Anschluss an das ehemalige Wachgebäude die „geordnete Natur“ als Erlebnis für die Sinne.
Informativ geleitet, sollen die Besucher Farben, Formen und Düfte von Pflanzen, jahreszeitlich geprägt, mit allen Sinnen erleben können und spüren, wie wohltuend und entschleunigend der Aufenthalt in der Natur wirkt.
Dieses Leuchtturmprojekt erhält seine Faszination durch die einzigartige Kulisse dieses historischen Ortes und die unglaubliche Vielseitigkeit der Gegebenheiten.

Die GPeV ist ebenfalls dem Petersberg historisch verbunden. Hier wurde das Präventionsgesetz 2014 verabschiedet und hier finden jährlich die „Peterberger Präventionsgespräche“ statt.
Bonn ist der Sitz der GPeV.

Der Wunsch, dieses einzigartige Leuchtturm-Projekt dort zu realisieren, ist eine wahre Herzensangelegenheit für alle Beteiligten. Das Projekt wird von der Universität Bonn wissenschaftlich begleitet, evaluiert. Die Dokumentation der Entwicklungsschritte und Events wird von unserem GPeV Botschafter DOC Esser vom WDR begleitet.

 In Zusammenarbeit mit der Politik wäre die Installation eines „Landschaftsfensters“ in östlicher Ausrichtung ebenfalls denkbar. Es würde ein Blickkontakt zum historisch bedeutsamen Michaelsberg in Siegburg schaffen. Ebenso gäbe es einen Blickkontakt zur kommunalen Politik im Kreishaus in Siegburg. Herr Landrat Schuster hat die Schirmherrschaft für unser Leuchtturm-Projekt „Petersberger Kräutergärten“ übernommen.

Das Landschaftsfenster hat ebenfalls das Potenzial, als Denkmal für die Wiedervereinigung Deutschlands zu wirken (verschiedene Gestaltungselemente sind denkbar).

 Erste Kontakte wurden ebenfalls zum amtierenden Landrat Herrn Pusch in Heinsberg geknüpft. Aus Heinsberg kam damals der Impuls, das erste Konvent auf dem Petersberg zu gründen. Die GPeV würde gerne den ersten Impuls zur Planung eines Leuchtturm-Projekts Prävention an die Heinsberger weitergeben.

 Es sind weitere Kontakte zu bestehenden Projekten in Nettersheim/Eifel und Nettetal/Niederrhein geknüpft, um den Schwerpunkt Prävention auch dort erlebbar zu installieren.

Die Petersberger Kräutergärten werden mit wissenschaftlicher Begleitung so angelegt, das sie als Blaupause für Deutschland angelegt sind.

Der überregionale Aspekt
Wir streben ein bundesweites Netzwerk „Kräutergärten“ an, um mit unserem Modell einen wechselseitig befruchtenden Austausch zu gewährleisten.
Mit Unterstützung des  Steigenberger Hotels werden die jahreszeitlichen Aktionen für Schulklassen in TV Aufzeichnungen dokumentiert. Der Schwerpunkt Gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung wird unter fachlicher Mitwirkung von Wissenschaft und Persönlichkeiten des GPeV Netzwerkes nachhaltig und praxisbezogen kommentiert und begleitet.

Stand 4. Mai 2021