Lebenswelt Arbeit

Hintergrund und Zielgruppe:

Unternehmen stehen heute vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Immer wieder ist von Fachkräftemangel, Digitalisierung oder demografischen Wandel die Rede. Psychische Erkrankungen (Stichwort „Burnout“) sind nicht nur allgemein, sondern auch in den Arbeitsunfähigkeitsstatistiken nach oben gegangen. Häufig unbeachtet bleibt dabei die Betriebliche Gesundheitsförderung, dabei hat diese bei 45,3 Millionen Beschäftigten eine enorme gesellschaftliche Bedeutung und wird explizit in §20b SGB V behandelt. Im Gegensatz zu den anderen Lebenswelten ergeben sich in der betrieblichen Lebenswelt arbeitsschutzrechtliche Pflichten des Arbeitgebers, insbesondere nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und dem Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG), sowie dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) (§167 Abs. 2 SGB IX). Betriebe – egal welcher Größe - müssen daher regelmäßig nicht nur physische, sondern alle zwei Jahre eine psychische Gefährdungsbeurteilung durchführen. Das machen bei weitem noch nicht alle Betrieb, obwohl die Haftung- und Sanktionierung empfindliche Folgen haben kann.

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bietet dabei gemeinsame Ansatzpunkte und Schnittmengen mit dem gesetzlichen Arbeitsschutz sowie dem betrieblichen Eingliederungsmanagement. Als Ziel einer gesundheitsfördernden Arbeitswelt gilt es, auf Grundlage eines strategischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) - bspw. durch Einführung eines Steuerkreises und Partizipation aller beteiligten Akteure (Betriebsarzt, Betriebsrat, Management, Personalverantwortliche etc.) - die Gesundheit als betriebliches Ziel/ Leitbild und als Führungs- und Querschnittsaufgabe in allen Leitungsfunktionen zu verankern. Darüber hinaus gilt es einhergehende Strukturen und Prozesse gesundheitsförderlich auszurichten und im Sinne des Empowerments, die Gesundheitskompetenz der Mitarbeitenden zu fördern. Häufig bietet es sich an, in diesen Prozessen außerbetriebliche Unterstützung und Finanzierung durch gesetzliche Krankenkassen oder Unfallkassen heranzuziehen (auf Grundlage §20b SGB V).

 

Herausforderung/ Besonderheiten:

  • Demografischer und digitaler Wandel („VUCA-Welt“)
  • Wettbewerbsrelevantes Image als „Gesunder Arbeitgeber“ (im Sinne eines Employer Brand)
  • Implementierung eines strategischen BGM und systematischer BGF
  • Entwicklung einer gesunden Unternehmens- und Führungskultur
  • Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben (bspw. Psychische Gefährdungsbeurteilung)
  • Verknüpfung von gesetzlichen Verpflichtungen mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung
  • Sicherstellung gesunder Verpflegung und Bewegungsmöglichkeiten
  • Sicherstellung der Förderung von Stressresilienz und Entspannungsfähigkeit
  • Altersgerechte Gesundheitsförderung, um Belegschaft möglichst lange im Erwerbsleben zu halten, Frühverrentung vermeiden
  • Zunehmende Bedeutung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Blend