Lebenswelt Schule

Die Lebenswelt Schule - von der Kita und Vorschule über die Primar- und Sekundarstufen bis hin zu Berufs- und Hochschulen - ist für die Präventionskette "Gesundes Aufwachsen" sehr bedeutend und wird daher von der GPeV immer wieder in den Fokus gerückt. Wie auch in allen anderen Lebenswelten ist es uns sehr wichtig, die Lebenswelt Schule ganzheitlich zu betrachten. Als Arbeitgeber, als Institution, die über qualifizierte Multiplikatoren (Lehrerinnen und Lehrer) alle Kinder erreichen kann und schließlich auch an die Lebenswelten Familie, Kommune oder Freizeit angrenzt, resp. sich überschneidet.

Es gibt von Seiten der Kranken- oder Rentenkassen, anderen Leistungsträgern oder zahlreichen privaten Engagement viele gute Einzelprojekte oder Kampagne, allen voran das Prinzip der "Guten gesunden Schule".  Eine optimale, sehr flexible Umsetzung gelingt auch dem evidenzbasierten Projetk "Klasse in Sport" (KiS), das wir bereits seit über zehn Jahren begleiten und mitgestalten durften. Schon seit Einführung von KiS im Jahre 2005 war dieses weit vor Einführung des Präventionsgesetzes von seiner ganzen Konzeption her nahezu "leitfadenkonform" und ist inhaltlich wie organisatorisch stetig organisch gewachsen.  Sämtliche Inhalte des KiS-Programms sind durch jährliche Evaluationen sowie zwei groß angelegten Längsschnittstudien überprüft und angepasst. KiS erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen (u.a. vom Deutschen Gesundheitspreis, GVG, BMAS NRW, in form, Land der Ideen).    


Generelles Ziel von „Klasse in Sport”…

…ist Hilfestellungen zu leisten, dass Kinder durch ergänzende, möglichst tägliche Bewegungszeiten, durch Pausensport sowie durch Bewegungsphasen im allgemeinen Unterricht in einer „bewegungsfreudigen Schule” leben und lernen können. Angestrebt wird neben einer Verbesserung der individuellen (psycho-)motorischen Fähigkeiten, der (kindlichen) und elterlichen Gesundheitskompetenz sowie weitere Fähigekiten und Kompetenzen der Kinder eine Prävention gegen Übergewicht / Adipositas sowie ein Beitrag zur Integration verschiedener sozialer, ethnischer und kultureller Gruppen.

Den Kindern soll erfahrbar gemacht werden, dass qualifizierter (Schul-) Sport sowie Spiel und Bewegung...

  •  das eigene Körpergefühl und die Körperwahrnehmung verbessert (motorische Fähigkeiten, Erkennen seiner eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit und Gesundheit, sowie nachhaltige Freude an einem aktiven Lebensstil entwickelt,
  •  Freundschaften initiiert und intensiviert (Vermittlung von Sozialverhalten, Integration),
  •  auch additive Bereiche anspricht (z.B. bewusstes Essen und Trinken) bzw. positive Auswirkungen über die sportliche Bewegung hinaus generiert (mehr Effektivität beim Lernen, bewusstes Freizeitverhalten usw.).

 

Wunschziel von „Klasse in Sport”…

  • …ist, dass die Verknüpfung von ‚Bewegung‘, ,Gesundheit` und ‚Lernen‘ auf Basis eines inklusiven Miteinanders zum unauflöslichen Bestandteil des Schulprogrammes in ganz Deutschland und dadurch Lernfreude sowie Leistungsbereitschaft der Kinder gefördert worden ist und tägliche Bewegung in Schule und Freizeit das Profil der Schulen sowie das Schulleben mitbestimmt und auch auf die Lehrkörper und Familien übergeht.
  •  …ist, dass die regelmäßige Bewegung und freudvolles Miteinander ergänzt durch einen inklusiv-sportlichen Wettbewerb von Kindern und ihren Eltern als unverzichtbarer Teil des täglichen Lebens und des persönlichen Bedarfs begriffen wird – und somit zu einem aktiven und gesunden Lebensstil führt.
  • ...ist, dass die Teilhabe (gesundheitliche Chancengleichheit) garantiert wird und sich Entscheidungen rund um Räumlichkeiten, Programme, Schulalltag, Projekte oder sonstige Bildungsvorgänge von gesundheitlichen (präventiven, salutogenesen sowie gesundheitsförderlichen) Parametern treffen lassen. 

 KiS-Zielsetzung.png

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Umsetzung/ Handlungsauftrag (Auswahl):

  •  Ausweitung des Bewegungs- und Schulsportangebotes an den kooperierenden Grundschulen in Deutschland. Qualifizierte Fachkräfte führen freiwilligen, zusätzlichen Spiel-, Sport- und Bewegungsunterricht an den Schulen im Rahmen von Schulsportarbeitsgemeinschaft durch.
  •  Bewegung in den gesamten Schulalltag zu integrieren wird unterstützt und Umsetzungsmöglichkeiten in Form einer Lehrerhandreichung den Schulen zur Verfügung gestellt. Module und Inhalte sind (u.a.):
  • Vermittlung von Hintergrundinformationen zu den Themen Prävention, Gesundheitsförderung, Salutogenese etc. sowie Rahmenbedingungen (u.a. Präventionsgesetz, Leitfaden, Leistungsträger, aktuelle Forschungsergebnisse, Projektdatenbanken u.v.m.)
  • Systematische und zhielgruppengerechte  Bedarfsanalyse im Sinne von Gesundheitsförderung (insbesondere Verhältnis- und Verhaltensprävention)
  • Schulsport-Arbeitsgemeinschaften (kompensatorisch / fördernd: binnendifferenzierte Spielpädagogik, propriozeptives Training, Gesundheitssport, explorative Sportspielvermittlung etc.)
    • Inklusion im und durch Sport und Spiel
    • Unfallschutz und Sicherheit
    • Pausensport
    • Integration von Bewegung in kognitive Fächer
    • Bewegungspausen im Unterricht (Aktive Pause)
    • Entspannungspausen im Unterricht (Stressresilienz für Kinder)
    • Ernährungsberatung
    • "Einfach draußen“ – aktive Bewegung im Freien
    • Trauerbewältigung im und durch Spiel und Sport
    • Sportelternabende (optional)
    • motorische Testungen oder präventivmedizinische Gesundheitscheck für Kinder, Eltern und Lehrkräfte (optional)
    • erlebnispädagogische Events/ Veranstaltungen in Schulen
    • schulinterne/ zentrale Abschlussturniere
  • Eventuell vorhandene Mangelausstattung an Spiel- und Sportmaterialien für die Inhalte des Zusatzangebotes wird an den kooperierenden Schulen beseitigt.
  • Es wird allen Lehrkräften der kooperierenden Grundschulen qualifizierte Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an der Deutschen Sporthochschule Köln oder an anderen Austragungsorten jeweils zentral angeboten oder in Kompaktveranstaltungen an den Schulen selbst.
  • Bei Elternabenden an den kooperierenden Grundschulen werden die Themen „Bewegung, Ernährung und Entspannung“ sowie „Gesundheitsprävention“ angeboten.
  •  Alle Maßnahmen werden durch eine wissenschaftliche Partner begleitet und finden Niederschlag in einer umfangreichen Evaluation.