Prävention als Bestandteil
der Gesundheitsförderung

Folgende Präventionsmaßnahmen sind gemäß WHO zu unterscheiden: Definition Prävention

Primärprävention setzt möglichst früh an und soll der Entstehung von Risikoverhalten bzw. Symptomen zuvor kommen.

Sekundärprävention zielt auf eine möglichst frühe Erfassung von beobachteten Risiken bzw. Symptomen.

Tertiärprävention bezieht sich auf die Linderung und Rehabilitation nach erfolgter Krankheit.

(WHO Ottawa Charta 1986, Schweizerisches Bundesamt für Gesundheit 1999)

Daraus folgt verallgemeinernd: Es geht bei Prävention um die Verhinderung von Unerwünschtem durch die Förderung von Ressourcen. Die Formel lautet: Prävention ist Bestandteil der Gesundheitsförderung (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2000).

Wie kann Prävention definiert werden?

Was das Vorgehen anbetrifft, so stellt Prävention eine besondere Ausprägung des Kommunikationsschemas der Beratung im Hinblick auf zukünftige Probleme in Form von Intervention dar. Präventive Beratung verfolgt in diesem Sinne unterschiedliche Zielsetzungen je nachdem, in welchem System sie zur Anwendung kommt (Medizin = Krankheit verhindern, Rechtssystem = Ausschluss von Individuen verhindern, Politiksystem = öffentliche Gesundheit fördern etc.). Prävention richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an soziale Systeme (Familie, Organisationen etc.), Prävention ist also der Versuch auf psychische und soziale Systeme einzuwirken. Kurz: Prävention bezieht sich einerseits auf den Einzelnen, der befähigt werden soll sein Gesundheitspotenzial zu entfalten, andererseits auf Staat und Gesellschaft, die die Rahmenbedingungen für Gesundheitsförderung und Prävention verbessern und die Einrichtungen im Gesundheitswesen neu orientieren sollen, um gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern.
Gesundheitsförderung und Prävention sind daher als Gesamtpolitik auf allen Ebenen und in allen Politiksektoren auf die politische Tagesordnung zu setzen und sind damit gesamtgesellschaftliche Aufgabe.