"Gesundheit nicht mehr von der Krankheit aus denken!" - GPeV-Netzwerk trifft sich am Petersberg



Bereits zum 6. Mal öffnete das Steigenberger Grandhotel auf dem historischen Petersberg bei Bonn seine Tore für die Petersberger Präventionsgespräche der Gesellschaft für Prävention gem. e.V. (GPeV). Die zahlreichen Krisen wie Corona, Energie, Klima oder Krieg häufen sich und erschweren die ohnehin großen Herausforderungen des Gesundheitssystems wie demografischer Wandel, Digitalisierung und Finanzierung. Diesen komplexen Rahmenbedingungen stellte die GPeV einmal mehr ihr komplexes Netzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medizin, Sport, Medien oder Politik entgegen und bemühte sich nicht nur um genauste Analysen und Zusammenhänge, sondern lieferte unter dem Titel „Paradigmenwechsel für die Gesundheit“ auch Lösungen und überzeugende Argumente, die Gesundheit nicht nur aus Sicht der Krankheit zu betrachten, sondern den Potenzialen der Prävention und Gesundheitsförderung mehr Bedeutung zu geben.


Den Auftakt lieferte Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin mit einem Impuls-Vortrag in der Rolle des Philiosophen mit dem moral-etischen Blick von außen, der hilft, die richtigen Fragen zu stellen. Der Staatsminister a. D. gilt als einer der „herausragenden Intellektuellen unserer Zeit“ und bekleidet mehrere Professuren (u.a. LMU und Humboldt in München und Berlin) sowie die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates.

Ihm folgte Prof. Dr. Bernhard Badura, eine echte wissenschaftliche Ikone der Gesundheitswissenschaften und Soziologie mit einem Vortrag zum „Wert von gesunden Mitarbeitenden“. BGM-Experte Prof. Dr. Volker Nürnberg ergänzte um die Bedeutung von Kennzahlen und employer brand der betrieblichen Gesundheit. Dazu lieferte auch Christine Spanke von BGF-Institut wertvolle Strategien in ihrem Workshop „Organisationale Resilienz“ (präsentiert durch die AOK Rheinland/ Hamburg).

Einen wertvollen Blick in ein profundes und engagiertes Management mit seinen Learnings aus echter Pionierarbeit der Kommunalen Gesundheitsförderung lieferten Fabian Ross vom DSPN sowie Martin Heck von der IKK Classic, gemeinsam mit Bürgermeister Marco Schmunkamp aus Nideggen.

Der Frage, ob „Altern eine Krankheit“ ist, gingen Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk und Dr. Claudia Hennig von der GSAAM nach (präsentiert durch cerascreen), zur GPeV-Sondersitzung stellten der Münchner Kardiologe Prof. Dr. Dr. Harald Kaemmerer und Prof. Dr. Dr. Niko Kohls die Herausforderung zur lebenslangen Begleitung von Menschen mit angeborenem Herzfehler umfangreich dar.


Einen Blick in die Zukunft und vor allem hinter die Kulissen der technischen und digitalen Welt der Gesundheit (u.a. eRezept) und des physical esports oder serious gaming lieferten Tobias Leipold (einer der TOP 100 Innovatoren 2021) sowie Prof. Dr. Anna Lisa Martin-Niedecken (erste Professorin für eSports in Deutschland an der HAM - Hochschule für angewandtes Management und Leiterin des Instituts für Designforschung an der Zürcher Hochschule der Künste).


In einem anschließenden Panel diskutieren Prinz Michael von und zu Liechtenstein (Mitgründer des International Institute of Longevity und des Longevity Center, Europe), Johanna Dorn (Geschäftsführung VIALIFE Therapie und Prävention), Dirk Mentzner (Geschäftsführung Deutsche Rentenversicherung Rheinland) sowie Dirk Burghaus (Vorstand der Sportklinik Hellersen) über die möglichen Wege der Gesundheit in der Zukunft. Dazu sollten zukünftig die Finanzierung und Förderung von Prävention sowohl politisch als auch bei den Menschen mehr Beachtung finden sowie bürokratische Hürden minimiert werden.


Das kreative Potenzial von Start-ups aus der Gesundheitsszene präsentierte Oliver Kuschel (Anthropia - Heimat der Zukunftsmacher) mit neun beeindruckenden „Elevator Pitches“ und einer Ausstellung.


Prof. (FH) Dr. Mathias Bellinghausen (Vorstandsvorsitzender der GPeV und Prodekan an der HAM - Hochschule für angewandtes Management) und GPeV-Beiratssprecher Prof. Dr. Hans-Georg Predel (Leiter des Instituts für Herzkreislaufforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln) zogen ein äußerst zufriedenes Fazit zum Ende des Kongresses, ehe Moderator Ashok Sridharan (RA Busse & Miessen, Bonns Oberbürgermeister a.D.) zum „Get Together“ mit Getränken und Speisen aus der Küche von Anthony Sarpong am Abend einlud. Beide hatten neben Ergebnissen des Symposiums „Sport, Corona und Gesundheit“ gleich noch einige Neuigkeiten und Personalien zu vermelden: Prof. Dr. Mustafa Sayed (Leiter BGM der BARMER) ersetzt Dr. Christian Graf, Dirk Mentzner übernimmt den Beirats-Stuhl der Deutschen Rentenversicherung Rheinland von Holger Baumann. Rolf Buchwitz aus dem AOK-Vorstand scheidet ebenfalls aus, erhält aber die Ehrenmitgliedschaft der GPeV.

GPeV-Botschafter Angela Fedlmeier berichtete von ihrer neuen Projektoffensive in Düsseldorfer Kitas, bei der sie Gesundheit und Nachhaltigkeit spielerisch miteinander verknüpft. Sie wird gemeinsam mit „WDR-Arzt“ Dr. Heinz-Wilhelm (“DOC“) Esser, Sternekoch Anthony Sarpong und Moderatorin Anastasia Zampounidis zukünftig unterstützt durch Ärztin Johanna Dorn und Kinderbuchautorin Lilli Morgenstern.

Bellinghausen durfte schließlich noch ein MoU mit den Vorständen David Schulz und Claus Weingärtner von der Stiftung Sicherheit im Sport aus Bochum unterzeichnen.


Die Kongressmappe und weitere Impressionen unter: www.gpev.eu/petersberg2022




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